• Forschungsförderung

Im Gespräch mit Prof. Dr. Wolfgang Sahlfeld

In seinem Pilotforschungsprojekt widmet sich Prof. Dr. Wolfgang Sahlfeld (SUPSI) der Erforschung, Auswertung und Publikation von italienischsprachigen Buchbeständen der Sammlungen Pestalozzianum. Ziel seines Projekts ist es, die Generierung von Wissen über pädagogische Transfer- und Migrationsprozesse zwischen dem Süden (Tessin/Lombardei) und dem Norden (Zürich, deutschsprachige Schweiz, italienische Schweiz) zu fördern. Im Kurzinterview gibt Sahlfehld einen Einblick in die ersten Zwischenergebnisse und Erkenntnisse.

Wie würden Sie den bisherigen Verlauf des Projekts bewerten? 

Es hat sich gezeigt, dass die italienischen Fonds der Bibliothek tatsächlich eine Fundgrube an Quellen zur Bildungsgeschichte des Tessins und Italiens sind, die manche wichtige Dokumentenlücke schliessen können.

Können Sie uns einen Einblick in die Zwischenergebnisse und ihre Bedeutung für das Bildungswesen geben?

Die rasche Digitalisierung wichtiger Dokumente aus dem Tessin ermöglicht es uns, Online-Aktivitäten mit Studierenden der SUPSI in unseren Blended-Learning-Kursen erheblich zu verbessern. Zweifellos ein Zugewinn für die Quellen, die in digitaler Form in ein komplexes Netz von Lehr- und Lernplattformen, Repositories usw. eingebunden werden, was ihre Kontextualisierung für neue Personengruppen (z.B. Studierende im Tessin oder in unseren italienischen Partner-Universitäten) möglich macht.

Es hat sich gezeigt, dass die italienischen Fonds der Bibliothek tatsächlich eine Fundgrube an Quellen zur Bildungsgeschichte des Tessins und Italiens sind, die manche wichtige Dokumentenlücke schliessen können.

Prof. Dr. Wolfgang Sahlfeld

Ein anderes interessantes Feld, das wir derzeit bearbeiten, sind SJW-Publikationen in italienischer Sprache. Mit Hilfe der Katalognotizen können wir die Züricher und unsere Bestände auf ihre gegenseitige Ergänzbarkeit untersuchen, was es ermöglichen sollte, eine zumindest virtuelle vollständige Sammlung aus den beiden Beständen zu rekonstruieren. Weitere Schritte (z.B. Digitalisierung) sind dann natürlich an komplexe Probleme (Copyright!) gebunden, aber für jede wissenschaftliche Erforschung der SJW-Publikationen als Langzeitreihe ist die jetzige Arbeit zweifellos schon sehr wichtig.

Haben Sie noch weitere Erkenntnisse oder Gedanken, die Sie gerne teilen möchten?

Der Wert dieses Projektes liegt vielleicht am Schluss nicht so sehr in den konkreten fassbaren Resultaten (obwohl diese wichtig sind), sondern vor allem darin, dass auch Forschende im Rest der Svizzera italiana und Italiens die Bedeutung dieser Fonds erkennen. Vielleicht wäre es sinnvoll, in Zukunft irgendwo, z.B. auf der Website der Forschungsbibliothek Pestalozzianum, eine Seite mit der Liste der Dokumente und einer kurzen Einführung in deren Bedeutung für pädagogische Transfer- und Internationalisierungsstudien zu publizieren.

Um das Bildungsverständnis und das pädagogische Wissen in der Öffentlichkeit zu erweitern und zu vertiefen, unterstützen und lancieren wir innovative Projekte.